11. Westfälische Gespräche

11. Westfälische Gespräche

Aktuell gehört das Bauen vermutlich zu den interessantesten und spannendsten, aber teilweise auch zu den umstrittensten Politikfeldern. Deshalb lud jetzt die FDP-FW-Fraktion im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) um ihren Vorsitzenden Arne Hermann Stopsack zu dem hochaktuellen Thema „Herausforderungen im Bereich des kommunalen Bauens“ zum 11. Westfälischen Gespräch ein. Im Landeshaus in Münster konnten zahlreiche Kommunalpolitiker aus ganz Westfalen-Lippe begrüßt werden. Die Veranstaltung wurde von Alfred Edelhoff, dem FDP-FW-Mitglied im LWL-Umwelt- und Bauausschuss, fachkundig moderiert.

In den Kommunen müssen oft schwierige und weitreichende Entscheidungen mit einem langen Wirkhorizont zu privaten und öffentlichen Bauvorhaben getroffen werden. Immerhin geht es um die Zukunft von städtebaulichen Entwicklungen und vor allem um viel privates und öffentliches Geld. Deshalb ist eine intensive und gründliche Information zu den verschiedenen Aspekten unerlässlich.

Die Teilnehmer erhielten zunächst von Alexander Rychter, Verbandsdirektor der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen e. V. (VdW Rheinland Westfalen) detaillierte Informationen zu den aktuellen Herausforderungen für die Wohnungs- und Wirtschaftspolitik in NRW. Er zeigte auf, welche Trends in den vergangenen Jahren den Markt bestimmt haben und wagte einen Blick in die Zukunft. Er führte aus, wie in der Vergangenheit der Neubau von Wohnungen erheblich unter der erforderlichen Erneuerungsquote lag und erst allmählich wieder anzieht. Dennoch sei aktuell – gerade in den Ballungsgebieten („Schwarmstädten“) ein akuter Mangel zu verzeichnen. Letztlich nutze hier auch eine Mietpreisbremse nichts, da einfach der steigenden Nachfrage, auch als Ergebnis der Flüchtlingszuwanderung, ein zu geringes Angebot gegenüberstände. Ausführlich zeigte Rychter auf, wie sich die unterschiedlichen Regionen in den kommenden Jahren entwickeln werden.

Ein Grund für die starken Anstiege der Wohnungskosten seinen knappe  (und damit teure) Grundstücke, etliche neue Bauvorschriften (z. B. EnEV) und Standards (nicht nur barrierefrei, sondern rollstuhlgerechte Wohnungen); kontraproduktiv seien auch die stark gestiegenen Grunderwerbssteuern.

Am Ende bewertete Alexander Rychter aus Sicht der Wohnungs- und Bauwirtschaft die in den Koalitionsverträgen niedergelegten politischen Absichten in Bezug auf das Thema Bauen. Während er der CDU-FDP-Koalition in Düsseldorf ein gutes Zeugnis ausstellte, bemängelte er etliche Pläne der CDU-SPD-Koalition in Berlin, die nicht zur Entspannung auf den Wohnungsmärkten beitragen würden.

Anschließend berichtete Dr. Robin Heidel zunächst in eindrucksvollen Worten von seinem beruflichen Werdegang vom Maurer zum promovierten Bauingenieur und jetzigem Prokuristen und Leiter des Projektmanagements der GOLDBECK Public Partner GmbH. In seinem Vortrag ging er näher darauf ein, welche Rolle private Anbieter für die Kommunen übernehmen können. Das Bielefeld Bauunternehmen GOLDBECK Public Partner GmbH ist spezialisiert auf Projekte für Wirtschaft und die öffentliche Hand. Goldbeck plant, baut und betreut eine Vielzahl unterschiedlicher Gebäudetypen, zum Beispiel Hallen, Bürogebäude, Schulen, Sporthallen, Hotels, Kindertagesstätten. Dr. Heidel erläutert, dass in der frühen Planungsphase einer Immobilie die Weichen für ein optimales Nutzungskonzept und langfristige Wirtschaftlichkeit gestellt werden. Auf den gesamten Lebenszyklus gerechnet sind ungefähr achtzig Prozent der Kosten eines Gebäudes Betriebskosten. Deshalb betreibt die GOLDBECK Public Partner GmbH auch über das Baugeschehen hinaus mit einer Tochterfirma das Gebäudemanagement und ist für Wartung und Instandhaltung zuständig.

Als weiteren Impuls berichtete LWL-Baudezernentin Judith Pirscher aus der kommunalen Baupraxis des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB). Der BLB ist ein interner Dienstleister des LWL, dem zentrale Aufgaben der Grundstücks- und Gebäudeverwaltung sowie Bewirtschaftung obliegen. Dabei ging sie näher auf verschiedene Neubauprojekte ein. Dazu gehören u. a. das Priorisierte Bauprogramm für den LWL-Psychiatrie-Verbund von über 400 Mio. Euro und das Bauprogramm für die Kultur, wozu u. a. der Neubau des Eingangsgebäudes beim Freilichtmuseum Detmold gehört. Intensiver stellte sie die Umsetzung des Förderprogramms „Gute Schule 2020“ dar, das dem LWL enorm bei der Sanierung und Modernisierung seiner Förderschulen hilft.

„Die informativen Vorträge und der anschließende fachliche Austausch der Teilnehmer unseres 11. Westfälischen Gesprächs mit den Referenten zeigen uns, dass die Auswahl des Themas „Herausforderungen im Bereich des kommunalen Bauens“ genau zur rechten Zeit gekommen ist“, subsumierte Arne Hermann Stopsack zum Abschluss und dankte den Vortragenden.

Nach der fachlichen Diskussion kamen die Teilnehmer in der Bürgerhalle zu einem zwanglosen Gedankenaustausch mit Imbiss zusammen, um das ein oder andere Thema zu vertiefen oder Kontakte zu knüpfen. Zahlreiche Besucher lobten anschließend die informative und kurzweilige Veranstaltung.

Das 12. Westfälische Gespräch ist auch schon terminiert und wird am 26. September 2018 wiederum im Landeshaus stattfinden.

Quelle Text und Bild: http://www.fdp-fw-westfalen.de/

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