Almetal-Bahn: Wiederbelebung prüfen

Almetal-Bahn: Wiederbelebung prüfen

„Ich halte eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Wiederbelebung der Almetal-Bahn für sehr sinnvoll“, sagt Dieter Stötefalke, FDP-Vorstand und Mitglied im Wirtschaftsförderungsausschuss. „Die Kraftstoffpreise werden weiter steigen, und auch Besteuerung wird sich allgemein durch die kommende Autobahnmaut ändern.“

Da sei es gut für die Bürger, eine Alternative zum Individualverkehr zu haben. Grundsätzlich liegt in Zeiten Fahrverbote” von bestimmten Kfz-Typen, gesperrter Innenstädte aufgrund Feinstaub, wachsenden Pendleraufkommen ein Wiederherstellen des Schienenverkehrs nah. Im Frühjahr letzten Jahres hat der Verein Deutsche Umwelthilfe (DUH) Klage wegen zu hoher Stickoxidwerte in Paderborn eingereicht[i]. Mitte Oktober folgte das gleiche für Bielefeld[ii].

Trend: In Büren wohnen, auswärts arbeiten

Stötefalke beobachtet seit Jahren eine Landflucht gerade in den Ortsteilen von Büren. „Zwar ziehen viele junge Familien zu uns ins Bürener Land. Aber sie arbeiten auswärts.“ Im Jahr 2015 seien rund 2.500 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auspendelt. „Aktuell sind es bereits 5.900, die meisten von ihnen arbeiten in Paderborn.“ Stötefalke erkennt auch, dass es für Angestellte immer schwieriger wird, Fahrgemeinschaften zu bilden: „Die einen arbeiten in Gleitzeit, andere machen Überstunden.“

30-Minuten-Takt zur Hauptverkehrszeit

Das Ergebnis: Morgens ist die L776 und weiterführend die B1 voll mit Autos. „Eine Taktung des Bahnverkehrs, zum Beispiel alle 30 Minuten morgens zwischen 6 und 8 Uhr, macht sicherlich Sinn.“ In Büren wohnen immer mehr ältere Menschen, viele von ihnen ohne Pkw. Sie sind vor allem tagsüber angewiesen auf den öffentlichen Nahverkehr.

Positive Machbarkeitsstudie von 2006

Stötefalke erinnert an das positive Ergebnis der Machbarkeitsstudie „Flughafenbahn Paderborn-Lippstadt” von Mai 2006. Zwei Trassenvarianten waren für eine Reaktivierung untersucht worden. Als Betriebsprogramm für die Almetal-Bahn wurde dabei jeweils ein Stundentakt mit Verdichtung auf einen Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit gewählt. Das Busnetz wurde in der Studie angepasst und die Almetal-Bahn über die Sennebahn bis nach Bielefeld verbunden. Pendler könnten durch den vorhandenen Bahnanschluss nach Bielefeld durch PB auch das dortige Fahrverbot umgehen anstatt über die A33 pendeln zu müssen.

Konzept zum Schienenverkehr

Interessant wäre auch in diesen Zusammenhang das in Kooperation zwischen der Universität Paderborn und des Heinz Nixdorf Institutes entstandene Konzept zum Schienenverkehr „Neue Bahntechnik Paderborn“.


[i] https://www.lz.de/ueberregional/owl/22100747_Umwelthilfe-verklagt-NRW-Paderborn-droht-Fahrverbot.html

[ii] https://www.lz.de/ueberregional/owl/22251163_Diesel-Fahrverbot-Klage-gegen-Bielefeld-soll-im-Oktober-kommen.html

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